Archiv für den Monat: September 2015

Adventistischer Führungskongress 2015

stafühkongr

Gestern ging es schon um sechs Uhr morgens zusammen im Kleinbus 600km gen Süden zum dritten adventistischen Führungskongress in Schwäbisch-Gmünd. Das Tagungszentrum Haus Schönblick hat den Vorteil, für einen Kongress dieser Größe (300-500 geschätzte Teilnehmer) sowohl Tagungsräume als auch Unterbringung an einem Ort zu bieten.

Ich bin das zweite mal dabei und schon am zweiten Tag begeistert. Workshops, Musik, Anspiele und Referate beeindrucken und bringen weiter. Es begeistert mich einmal mehr, wie viele Ehrenamtliche Urlaub nehmen und hier bei der Musik mitmachen oder als TeilnehmerInnen in ihren Führungskompetenzen wachsen wollen.

IMG_5012

Foto: DM

Ein Gedanke von heute hat mich tief berührt. Er war aus dem Anspiel der Theatergruppe, die hier über sich selbst hinauswächst. Da unterhält sich Jesus, der eine Gemeinde überraschend besucht, mit einer (anscheinend) alleinerziehenden Mutter, die gestresst die Gemeinde putzt, nachher noch zur Tafel muss und dabei ihre Kinder um sich hat, weil sie keinen Babysitter finden konnte.

Jesus fragt sie, warum sie nicht beim Leitungskongress dabei sei und sie antwortet: weil ich keine Leiterin bin, ich habe kein Leitungsamt, ich bin keine Führungspersönlichkeit. Jesus, ja der sei ja der beste Leiter gewesen, denn er habe Menschen essen gegeben, sie geheilt und ihnen vom Reich Gottes erzählt. Jesus sagt zu dieser Frau: aber das machst du doch auch alles. Leiter sind Diener und du dienst. Also bist du eine Leiterin.

Wahrscheinlich hat mich die Szene deshalb berührt, weil sie gut dargebracht wurde. Und weil ich mich ein wenig geschämt habe. Als ich gestern aufgefordert wurde, meine Beweggründe für die Teilnahme an diesem Kongress in mein Tagungsheft zu notieren, schrieb ich: ich bin hier, weil ich als Leiter einen Führungskongress unterstützen will. Heute schon schäme ich mich für diese Worte. Anderen wie z.B. meiner Familie habe ich dasselbe gesagt: ich muss dahin, weil ich ja auch Leiter bin. Ich habe nicht gesagt: weil ich ein besserer Leiter werden will, oder: weil ich lernen will, wie ich besser auf mich achte oder: weil ich der Sache Gottes damit besser dienen kann. Ich habe immer so getan, als ob ich dahin muss, nicht, dass ich will und schon gar nicht, dass ich besser sollte.

FullSizeRender

Das Anspielteam bei der Arbeit (Foto: DM)

Seit heute morgen denke ich: viel mehr Gemeindeglieder sollten sich als LeiterInnen sehen und bei so einem Kongress mit dabei sein. Warum? Ganz einfach: um besser zu werden im Dienst. Um besser für sich und andere zu sorgen. Um glücklicher den Dienst in den Gemeinden zu verrichten. Wir sind alle berufen, jeder auf seine Art und Weise. Und es gibt so viele Angebote, zu wachsen. Mal sehen, was ich noch alles lernen werde …